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Glossar: Begriffe der evidenzbasierten Medizin

37 Fachbegriffe, kurz erklärt – von absoluter Risikoreduktion bis Verblindung. Die Links führen zu den Beiträgen, in denen der Begriff ausführlicher vorkommt.

A

Absolute Risikoreduktion
Differenz der Ereignisraten zweier Gruppen, zum Beispiel 2 % minus 1 % = 1 Prozentpunkt. Zeigt, wie viele Menschen tatsächlich profitieren. Mehr dazu

B

Bias
Systematische Verzerrung eines Studienergebnisses, etwa durch ungleiche Gruppen, fehlende Verblindung oder selektive Veröffentlichung. Mehr dazu

C

Cochrane
Internationales Netzwerk, das seit 1993 systematische Übersichtsarbeiten zu medizinischen Fragen erstellt und veröffentlicht. Mehr dazu

D

Disease-Management-Programm (DMP)
Strukturiertes Behandlungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen für chronisch Kranke mit regelmäßigen Kontrollen und Schulungsangeboten. Mehr dazu

E

Endpunkt
Das Ergebnis, das eine Studie misst – etwa Schmerz, Herzinfarkte, Lebensqualität oder Sterblichkeit. Mehr dazu
Evidenz
Beleg aus systematisch gewonnenen Daten, meist aus Studien. Evidenz kann stark oder schwach sein; sie ist kein Beweis im Sinne einer Gewissheit. Mehr dazu
Evidenzbasierte Medizin
Verbindung der besten verfügbaren Studienergebnisse mit klinischer Erfahrung und den Werten der Betroffenen. Mehr dazu

F

Fall-Kontroll-Studie
Beobachtungsstudie, die Menschen mit und ohne eine Erkrankung vergleicht und rückblickend nach Unterschieden in der Vorgeschichte sucht. Mehr dazu
Falsch-positiv
Ein Testergebnis zeigt eine Erkrankung an, obwohl sie nicht vorliegt. Bei seltenen Erkrankungen machen falsch-positive Befunde oft einen großen Teil aus. Mehr dazu
Forest Plot
Grafische Darstellung einer Meta-Analyse: Jede Studie als Punkt mit Konfidenzintervall, das Gesamtergebnis als Raute. Mehr dazu

G

GRADE
Internationales System, um die Sicherheit der Evidenz (hoch, moderat, niedrig, sehr niedrig) und die Stärke von Empfehlungen einzuschätzen. Mehr dazu

H

HbA1c
Blutwert, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten etwa acht bis zwölf Wochen widerspiegelt; wichtig bei Diabetes. Mehr dazu
Heterogenität
Ausmaß, in dem sich die Ergebnisse der Studien einer Meta-Analyse voneinander unterscheiden. Mehr dazu

I

Intention-to-treat
Auswertungsprinzip, bei dem alle Teilnehmenden in der Gruppe ausgewertet werden, der sie zugeteilt wurden – auch wenn sie die Behandlung abgebrochen haben. Mehr dazu
Inzidenz
Anzahl der Neuerkrankungen in einer Bevölkerung innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

K

Kohortenstudie
Beobachtungsstudie, die eine Gruppe über längere Zeit begleitet und erfasst, wer welche Erkrankungen entwickelt. Mehr dazu
Konfidenzintervall
Bereich, in dem der wahre Effekt mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (meist 95 %) vermutet wird. Je schmaler, desto genauer die Schätzung. Mehr dazu

L

Leitlinie
Systematisch entwickelte Entscheidungshilfe für Diagnose und Behandlung. In Deutschland in Stufen von S1 bis S3 eingeteilt. Mehr dazu

M

Meta-Analyse
Statistische Zusammenfassung der Ergebnisse mehrerer Studien zu einer gemeinsamen Schätzung. Mehr dazu

N

Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL)
Leitlinie von Bundesärztekammer, KBV und AWMF zu häufigen Erkrankungen, oft mit Patientenfassung. Mehr dazu
Number Needed to Harm (NNH)
Anzahl der Menschen, die behandelt werden müssen, damit bei einer Person eine bestimmte Nebenwirkung auftritt. Mehr dazu
Number Needed to Treat (NNT)
Anzahl der Menschen, die über einen bestimmten Zeitraum behandelt werden müssen, damit eine Person profitiert. Mehr dazu

P

p-Wert
Wahrscheinlichkeit, ein mindestens so deutliches Ergebnis zu beobachten, wenn in Wahrheit kein Unterschied besteht. Sagt nichts über die Größe eines Effekts. Mehr dazu
PICO
Schema zur Formulierung einer beantwortbaren Frage: Patientengruppe, Intervention, Vergleich (Comparison), Endpunkt (Outcome). Mehr dazu
Placebo
Scheinbehandlung ohne Wirkstoff, die in Studien als Vergleich dient. Auch Placebos können Beschwerden beeinflussen. Mehr dazu
Prävalenz
Anteil der Menschen in einer Bevölkerung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Erkrankung haben.
Publikationsbias
Verzerrung, die entsteht, weil Studien mit günstigen Ergebnissen häufiger veröffentlicht werden als Studien ohne Effekt. Mehr dazu

R

Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Experiment, in dem der Zufall über die Behandlung entscheidet und eine Vergleichsgruppe mitläuft; wichtigster Studientyp für Wirksamkeitsfragen. Mehr dazu
Randomisierung
Zufällige Zuteilung der Teilnehmenden zu den Studiengruppen, damit sich die Gruppen nur in der geprüften Behandlung unterscheiden. Mehr dazu
Relative Risikoreduktion
Um wie viel Prozent eine Behandlung das Risiko im Verhältnis senkt. Klingt oft größer als die absolute Veränderung. Mehr dazu

S

Sensitivität
Anteil der Erkrankten, die ein Test richtig als krank erkennt.
Spezifität
Anteil der Gesunden, die ein Test richtig als gesund erkennt.
Statistische Signifikanz
Aussage, dass ein Ergebnis wahrscheinlich nicht nur auf Zufall beruht. Nicht gleichbedeutend mit praktischer Bedeutung. Mehr dazu
Störgröße (Confounder)
Faktor, der sowohl mit der untersuchten Ursache als auch mit dem Ergebnis zusammenhängt und so einen Zusammenhang vortäuschen kann. Mehr dazu
Surrogatparameter
Ersatzmesswert wie Blutdruck, Blutzucker oder Cholesterin, der stellvertretend für ein klinisches Ereignis gemessen wird. Mehr dazu
Systematische Übersichtsarbeit
Zusammenfassung aller relevanten Studien zu einer Frage nach vorab festgelegten, nachvollziehbaren Regeln. Mehr dazu

V

Verblindung
Maßnahme, bei der Teilnehmende und/oder Behandelnde nicht wissen, wer welche Behandlung erhält. Mehr dazu